Scientology ist die Quelle des New Age

Ich kam nach einer langen Odyssee durch die gesamte Szene des New Ages letztendlich zu Scientology, wo ich meine spirituelle Heimat fand. Es gab einige große Persönlichkeiten und spirituelle Trainer, die mich auf dieser Odyssee besonders inspirierten und mir ein Vorbild waren. Ich wollte eine ähnliche Arbeit als "Lichtarbeiter" beginnen und mein Leben der Aufgabe widmen, anderen zu helfen, zu höheren Bewußtseinsstufen zu finden. Als ich diese Vorbilder befragte, auf welche Schriften sie ihre Arbeit gründeten, damit ich mich einlesen und fortbilden könnte, wichen diese aus und beriefen sich darauf, dass es viele verschiedene Quellen gäbe und ich letztlich selbst meinen Weg finden müsste. Später erkannte ich, dass gerade diese drei Personen, die mich am meisten beeindruckten, die die drastischsten spirituellen Fortschritte nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen "Klienten" verursachten, mit reinen Scientologischen Prozessen arbeiteten, die sie jedoch anders benannten, um nicht in den Ruf der Sektenangehörigkeit zu geraten.

 

Die Scientology Kirche würde sagen, sie haben geistiges Eigentum von L. Ron Hubbard gestohlen, wobei man kaum etwas stehlen kann, was zuvor Hubbard ausdrücklich als Geschenk an die Menschheit deklariert hat. Ich denke, es ist völlig ok, wenn man das eine oder andere Element der Scientology sich zu eigen macht und daraus eine ganze Therapie o.ä. weiterentwickelt. So geschehen z.B. im Rebirthing oder in der Sanften Geburt nach Leboyer, der im übrigen auch Hubbard in einem persönlichen Brief Referenz erweist und auf Dianetik aufbaute.

Anfangs habe ich noch gedacht, dass das New Age ein Sammelbecken vieler unabhängig voneinander entstandener Bewegungen sei und die Dominanz versteckt scientologischer Praktiken ein Zufall darstellte. Dann kam ich zur Erkenntnis, dass sehr große Teile der New Age-Gedanken von Scientology inspiriert seinen, weil viele ehemalige Kirchenmitglieder dort nach ihrer Trennung Unterschlupf und neue Arbeitsgebiete gesucht hätten.

Doch dann stieß ich auf den folgenden Artikel, den man ohne Übertreibung als die Gründungsschrift des New Ages bezeichnen kann:

Hubbard veröffentlichte 1957 einen Artikel mit dem Titel Scientology - The Philosophy of a New Age und begründete damit das New Age und formulierte seine Ziele als erster Autor der neuen Bewegung.

Alle Religionen bestehen aus einem inneren esoterischen Kreis und einer äußeren exoterischen Anhängerschaft. So kann man die Scientology Organisationen (sowohl der Kirche, als auch der freien, ungebundenen Scientologen) als die esoterischen Zirkel sehen, in denen die Studenten in das Geheimwissen eingeweiht werden. Im New Age wurde als exoterischer Bereich das gewonnene Wissen populär aufbereitet und für verschiedene Zielgruppen (scientologisch: Dynamiken - die Frauen, die Umweltschützer, die Ufologen, Reinkarnationstherapeuten, Reiki-Szene, Channeling, Astralreisende, Star People, Kindergruppen etc.) angepasst.

Der größte Teil des philosophischen und praktischen Repertoirs des New Age basiert direkt oder indirekt auf Scientology, wurde von Hubbard ursprünglich entwickelt und ausformuliert. Aus verschiedenen Gründen mag das ein "New Ageler" nicht gerne hören. Größtenteils weil ihm das nicht bewußt war und er sich hier von einer ungeliebten Sekte eingenommen fühlen muß. Zu einem geringeren Teil seitens der spirituellen Therapeuten und Gurus, weil sie nicht zugeben wollen, wo sie gelernt haben, nachdem sie gegenüber ihrem Publikum ihr Wissen als inspiriert oder von höheren Wesen gechannelt oder gar selbst entwickelt dargestellt haben.

Aber auch die Scientology Kirche möchte das nicht gerne hören, denn sie befürchtet, ihre Schäfchen im Gewühle des New-Age-Marktplatzes verlieren zu können, falls sie sie dort zur gegenseitigen Befruchtung der Esoteriker und Exoteriker ausführen sollte.

Tatsächlich aber gibt es diese gegenseitige Befruchtung: Was wäre das New Age ohne Scientology (wäre wohl nie aus der Taufe gehoben worden) und was wäre die Scientology ohne das New Age? Sie wäre eine Kaderschmiede ohne Publikum, ohne jede Kontaktmöglichkeit zu den Milliarden Mitmenschen des "Raumschiff Erde". Tatsächlich gibt es diesen täglichen Austausch von "Esoterikern", die zur Scientology finden und von Scientologen, die die Kirche verprellte und die zur Esoterik-Szene wechselten um dort - ohne dem häßlichen Etikett als Scientologen & Sektenanhänger - endlich ihr gelerntes Wissen an den Mann und vor allem an die Frau bringen zu können.

Andreas Groß


Änderungsstand: 15. Juli 2003 - Copyright © 2003 by Andreas Groß, Schweiz
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