Meine Erfahrungen bestimmen mein Wissen

Viele Anhänger neuer religiöser Bewegungen werden sich hier wiederfinden können. Vielleicht erkennen Sie auch ähnliche Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben gemacht haben.

Vielleicht werden die Menschen, die Sekten gegenüber kritisch bis abweisend gegenüberstehen, hierdurch ein bißchen mehr Verständnis entwickeln können.

Besser jedoch als meinen Lebenslauf zu lesen, wäre es für die Besorgten, sich mit ihrem "Sorgenkind" über seinen Lebenslauf zu unterhalten, wie es denn so dazu gekommen ist.

Mein Nahttoderlebnis als Kleinkind

Ich fange heute mal nicht vorne an: Ich bin am 28. Mai 1955 in Düsseldorf geboren (um 02 h 06 - für die Astrologen, die es immer ganz genau wissen wollen). (Wenn ich vorne anfange wollte, müsste ich über meine vergangenen Leben sprechen, aber beschränken wir uns auf das aktuelle Leben).

Mein Vater arbeitete als Maschinenbau-Ingenieur, meine Mutter ist Hausfrau. Ich habe eine sechs Jahre ältere Schwester.

Mit anderthalb Jahren erlitt ich einen Unfall, der mein weiteres Leben prägen sollte: Als meine Mutter am Wäschekochen war, bat sie meine Urgroßmutter Lene, auf mich aufzupassen. Meine Mutter paßte immer gut auf, daß ich bei der Wäsche nicht in der Nähe war, denn damals gab es keine Waschmaschinen, sondern große Bottiche mit heißer Lauge. Sie hatte immer Angst gehabt, daß es einmal so kommen konnte und so passierte es an diesem Tage dann auch: Ich entwischte meiner Oma Lene, rannte zu meiner Mutter und stolperte direkt in den Bottich mit kochender Waschlauge. Großflächige Verbrennungen zweiten und dritten Grades trieben mich aus meinen kleinen Körper! Ich war "außer mir". Ich fand mich außerhalb meines Körpers auf dem Weg in den Himmel. Zu solchen Nahtod-Erlebnissen gibt es eine Unmenge an beschreibender und wissenschaftlicher Natur, so daß ich hier darauf nur verweisen will, ohne meine persönliche Erfahrung weiter auszubreiten.

Ich war schon entschieden, dieses Leben mit diesem Unfall zu beenden. Doch die Liebe meiner Mutter, die ich durch ihren verzweifelten Einsatz mich zu Retten spüren konnte, stimmte mich um. Ich kam zurück, hielt mich während der stärksten Schmerzen meines Körpers noch ein bißchen außerhalb auf und nahm den monate- und jahrelangen Heilungsprozeß auf mich.

Für viele Menschen, die erst im späteren Alter ein solches Nahtod-Erlebnis hatten, bedeutete diese Erfahrung eine einschneidende Wende in ihrem Leben: Sie realisieren, daß sie aus mehr bestehen, als aus Fleisch und Blut. Daß sie ein geistiges Wesen sind, das zwar in einem Körper lebt aber auch unabhängig vom Körper wahrnehmen, denken und entscheiden kann. Sie erkennen, daß sie ewig gelebt haben und ewig weiterleben werden. Damit wird mit einem Schlag die vorherrschende Single-Propaganda ad absurdum geführt: Man lebe nur einmal, Nach mir die Sintflut, Jeder ist sich selbst der Nächste, ...

Tatsächlich stehen die Menschen mit Nahtod-Erlebnissen (hier ein Artikel zum Thema Nahtod eines anderen Autors) mit ihrer Ansicht nicht allein. Nach aktuellen Meinungsumfragen unter Deutschen in westdeutschen Großstädten bekannten über 80 % "Ich bin ein geistiges Wesen, das in einem Körper lebt"

Nur 17 % dagegen identifizieren sich mit einen der anderen beiden Aussagen "Ich bin ein Körper" oder "Ich habe eine Seele".

Es ist allerdings ein ganz wesentlicher Unterschied, ob man glaubt ein geistiges Wesen zu sein oder das wirklich weiß, wie nach einem solchen Nahtod-Erlebnis oder einer anderen bewußt erlebten Exteriorisation. Exteriorisation ist das Fachwort für das "Außer-sich-sein", das Verlassen des Körpers, daß man ebenfalls durch Drogen oder Medikamente oder Gifte (bitte nicht mit chemischen Mitteln herbeigeführten Nahtod-Erlebnissen herumexperimentieren, es gibt ungefährliche Wege!) oder durch Meditationen u.a. geistige Praktiken erlangen kann.

Insofern sehe ich es heute so, daß ich tatsächlich "das Glück hatte", solch prägende Erfahrung schon so früh zu machen. Ich erinnere mich an Gespäche unter Kindern über den Tod. Beteiligt war unter anderem ein Nachbarsjunge, dessen Vater Arzt war. Einer fragte sich, ob nach dem Tod alles dunkel sei und ohne jegliche Wahrnehmung. Ein andere meinte, das sei wie ein langer Schlaf, auch mit Träumen. Der Arztsohn wandte jedoch ein, daß dann "alles vorbei" sei. Danach gebe es nichts mehr, keine Wahrnehmung, nicht einmal träumen, nichts. Ich wußte jedoch, wie es wirklich ist. Und das unterschied mich von den anderen, die darüber nur spekulierten, falschen Informationen glaubten oder dieses Thema nur einfach verwirrend fanden.

Diese Gewißheit, die manche Menschen in geistigen Fragen (z.B. Leben nach dem Tod, Wiedergeburt, Gott, Gut-und-Böse) besitzen erschrecken andere. Psychologen und Psychiater vertreten dagegen ein ganz entgegengesetzte "Gewißheit": "Man kann in diesen Bereichen nichts mit Bestimmtheit sagen". Tatsächlich ist das jedoch keine Gewißheit, sondern ein willkürlich gegriffenes Dogma (Dogma: ein Glaubenssatz, Dudendef. nachtragen!), das ihnen aus ihrer Verwirrung in ihrem Fachgebiet heraushelfen soll. Von diesem Dogma ausgehend, das im Grunde diesem ganzen Fachgebietes ein Armutszeugnis ausstellt, ist es nicht weit zu der ebenso falschen Schlußfolgerung, daß diese Gewißheit eine fixe Idee, ein Glaubensdogma sei, die ein typisches Merkmal von Sekten sei.

Auf diese falsche Schlußfolgerung gehe ich noch im Kapitel über die Merkmale von Sekten ein, denn ich möchte fortfahren meinen weiteren Lebensweg zu schildern. Insbesondere welche Auswirkungen meine schweren Verbrühungen hatten, neben den physischen (ich habe noch heute großflächige aber gut ausgeheilte Narben: rechts an der Hüfte und am unteren Rücken).

Erst PSI-Erfahrungen als Jugendlicher

Obwohl meine Eltern keine Kirchgänger waren, raffte ich mich schon als Vorschulkind jeden Sonntag selbständig auf, in die Kirche zu gehen und besuchte als gläubiger Katholik den Gottesdienst. Dies gab mir damals wie heute regelmäßig eine spirituelle Erfahrung, eine spürbare Nähe zu Gott, ein Austausch, eine Erfüllung mit dem Geist Christi. Wenn ich auch heute nicht mehr so regelmäßig den katholischen Gottesdienst besuche, so hat die Intensität der Erfahrung nicht gelitten.

Schon als Schulkind war ich ein eingefleischter Pazifist, obwohl ich diesbezüglich von niemandem unterrichtet wurde. Ich wehrte mich nie, selbst wenn ich von anderen teilweise brutal geprügelt wurde. Ich habe ein derartig ausgeprägtes Mitgefühl mit anderen Menschen und auch anderen Lebewesen (selbst Insekten und Pflanzen), daß ich andere Wesen nicht unnötig Schmerzen zufügen mag. Dies stammt nicht aus einer Unfähigkeit, seine Interessen zu vertreten, sondern aus einer tiefen Einsicht, daß ich nicht nur selbst als Individuum existiere, sondern über andere Lebensbereiche mit am Leben teilnehme: Über meine Partnerin, meine Familie, meine Vereinsmitgliedschaften, über meine Firma, über meine Gemeinde, mein Land, meine Nation, über Europa und über die gesamte Menschheit. Sogar über jegliche Lebewesen wie Tiere, Pflanzen, aber auch über Mineralien und andere Materie, Fest, Flüssig, Gasförmig oder über Feuer, Energie, Raum und Zeit. Mein Leben drückt sich auch aus in der Existenz von anderen geistigen Wesen - seien Sie verkörpert oder nicht, individualisiert oder nicht, in Ästhetik, Kunst, Wissensschätzen und ... in Gott.

Als Jugendlicher las ich alles, was ich zu übersinnlichen Themen in die Hände bekommen konnte: Von Astrologie über PSI-Phänomäne bis zu Telepathie, Gedankenübertragung. Ich machte auch eigene wissenschaftliche Experimente: So verabredete ich mich mit meiner Mutter, daß wir jedesmal, wenn wir im Laufe des Tages an einander Denken, die Uhrzeit aufschreiben. Sie hatte sechs Zeiten notiert, ich acht. Davon waren jedoch immerhin fünf auf die Minute identisch! [Vorhaben: noch mit Statistik ausrechnen, wie hoch die Zufallswahrscheinlichkeit für ein solches Ergebnis liegt].

Das Ergebnis hat mich total beeindruckt und überzeugt: Ich stehe mit meiner Mutter in telepathischem Kontakt. Solche Phänomene werden heute ja von angesehenen Wissenschaftler ausführlichst untersucht. Ich erinnere mich z.B. an den englischen Biologen Rupert Sheldrake, der mit vielen Großexperimenten, an denen teilweise Millionen Menschen beteiligt sind, eindeutig aufzeigt: Wir stehen außerhalb der bekannten Kommunikationswege mit allen anderen Menschen in intensiven Kontakt und tauschen Erfahrungen und auch abstraktes Wissen aus. [Buchempfehlung: Das schöpferische Universum. Die Theorie des morphogenetischen Feldes. von Rupert Sheldrake Preis: DM 14,90 bei Amazon]

Ich befaßte mich in dieser Zeit aber auch mit naturwissenschaftlichen Experimenten: Ich besaß und benutzte ein chemisches Labor im Keller, ein Elektro- und ein Elektronik-Labor (ich war u.a. Gewinner im "Jugend Forscht Wettbewerb"). In der Natur erforschte ich die Biologie und während der Pubertät den menschlichen Körper ;-)

Ich hatte jedoch in der Schule Probleme mit einigen Lehrern, bzw diese meinten disziplinarische mit mir zu haben. Daher kam ich in den zweifelhaften Genuß, neben meiner Volksschule vier Gymnasien kennenzulernen. Schulpsychologen stellten bei mir eine außergewöhnliche Intelligenz fest (heute bin ich entsprechend im internationalen Verein der Hochintelligenzler: MENSA), die mich davor bewahrte, vorzeitig von der Schule genommen zu werden: Ich konnte alle etwaige Belastungen durch Konflikte durch überdurchschnittliche Leistung ausgleichen. Ich engagierte mich ab der 9. Klasse als Klassensprecher und in der Oberstufe als Schulsprecher für meine Mitschüler und gab eine Schülerzeitung (Das Krokodil) heraus, die kein Blatt vor den Mund nahm.

Nach dem Abitur (Schwerpunktfächer Mathe, Physik, Deutsch, Religion) arbeitete ich als ungelernter Arbeiter: Als Kraftfahrer und Lagerarbeiter und lernte Ungerechtigkeiten und hartes Arbeiten kennen. Später konnte ich dank der Unterstützung meiner Eltern (Dankeschön !) ein hochqualifiziertes Ingenieurstudium der Fachrichtung "Informationstechnik" an der privaten Fachhochschule in Wedel absolvieren und machte mein Diplom mit "sehr gut" 1980. Selbstverständlich war ich auch dort aktiv in der Studentenvertretung, wie ich mich später als Arbeitnehmer in der Gewerkschaft und als Betriebsrat engagierte. Heute unterstütze ich u.a. mittelständische Interessenvertretungen als selbständiger Beratender Ingenieur und Unternehmer.

Krankheit als Weg

Während des Studiums entwickelte sich bei mir ein Magengeschwür, das die besten Internisten Hamburgs nicht heilen konnten: "Stellen Sie sich darauf ein, ein Leben lang damit zu leben." - Das hieß: Kein Alkohol, keine Zigaretten, kein Zucker und eher leicht verdauliche Kost. - Also eine Diät, die jeder indischer Guru einem Schüler empfehlen würde, der die Erleuchtung sucht. Ich habe mich - wohl oder übel - bis heute weitgehend daran gehalten: Nicht immer, aber immer öfter: und es hilft! Nicht nur dem Körper, sondern den größten Nutzen ziehe ich daraus für meine geistige Entwicklung.

Zur Heilung suchte ich daher einen Arzt auf, der Autogenes Training (AT) lehrte und machte damit gesundheitlich und auch geistig riesige Fortschritte. Doch leider raffte ich mich zum AT nicht mehr nach der Ausbildung auf und suchte nach anderem: So stieß ich - inzwischen schon berufstätig - auf einen Volkshochschul-Meditationskurs: Einfach entspannen und nur dasein und wahrnehmen, was um einen herum geschieht. Toll !

Hier konnte ich - diesmal ohne Schmerz und Zwanghaftigkeit - die Erfahrung der Exteriorisation wiederauffrischen.

Meine Liebe zu Bhagwan

Aber auch dieser Kurs war einmal zu Ende und so besuchte ich gemäß dem Rat des Kursleiters das Rajneesh-Meditations-Center, die "rotgekleideten Bhagwanies", die für fünf Mark Eintritt jeden Menschen an den Meditationen teilhaben ließen. Obwohl ich damit rechnete und mich dagegen zu schützen suchte - ich wollte ja schließlich nicht in diese Sekte geraten - wurde ich nicht umworben, bemühte sich nicht einmal jemand um freundschaftliche Beziehungen, bekam ich keine Informationen über den Guru angeboten. Dies war eine so ganz andere Erfahrung, als die Darstellung der Sekten in der Öffentlichkeit: Man würde am Ärmel festgehalten werden, man würde dort bearbeitet, überredet, geschult, bedrängt oder zumindest mit zwischenmenschlicher Liebe umgarnt und eingefangen.

Es sind genau diese Fülle von Halbwahrheiten und direkten Lügen über die Sekten, die von den Sektenbeauftragten und Elterninitiativen verbreitet werden, warum deren Aufklärungsarbeit an Mitgliedern neuer religiöser Bewegungen so ohne jede Wirkung abperlt: Die Beschreibungen haben so wenig mit der erfahrenen Realität zu tun, so daß man ihnen gar nicht glauben kann und daher auch den - teilweise berechtigten - Warnungen und Bewertungen nicht mehr folgt. Eine Korrektur dieser Bemühungen besorgter Angehöriger könnte dieses Buch darstellen oder zumindest ein Beispiel und Anregungen geben.

Insbesondere die Dynamische Meditation von Bhagwan half mir nach wenigen Wochen, sowohl meine Magenübersäuerung abschließend zu lösen als auch ein anderes gravierendes Problem, mit dem ich mich seit frühester Kindheit herumzuplagen hatte: Ich knirschte mit den Zähnen und zerstörte sie mir dabei im erheblichen Umfang.

Ich wurde entspannt, entstreßt und gewann ein glücklicheres Leben. Also interessierte ich mich dafür, was der Guru Bhagwan noch so zu bieten hatte und besuchte einen Info-Abend für Möchtegern-Einsteiger. Doch der war ein totaler Flop. Statt über Bhagwan zu berichten, bemühte sich die Ma (so nennen sich die weiblichen Sannyasins - Schüler von Bhagwan, die männlichen heißen Swami) die von den Anwesenden präsentierten Vorurteile und Pressemeldungen über den Guru zu wiederlegen oder zu entkräften. Das gab mir gar nichts und so kaufte ich mir ein Buch des Meisters: "Intelligenz des Herzens". Und das schlug ein wie eine Bombe! Ich las es am nächsten Tag in einem Stück durch. Es war der Buß- und Bettag 1984. Soviel Wahrheit und Weisheit in einem Buch war überwältigend. Ich war vorher schon des Lesens in meinem Leben müde geworden, da sich alles nur zu wiederholen schien, nichts Neues geboten wurde. Aber Bhagwan gab völlig neue Einsichten, Gesichtspunkte. Und er sprach mir aus dem Herzen: Einstellungen mit denen ich mich allein auf weiter Flur sah fand ich bei ihm wieder. Nicht Allgemein-Weisheiten, Plattitüden, wie die Kritiker den Gurus gerne unterstellen.

Das Buch entfachte wirklich die Intelligenz meines Herzens. Intelligenz ist das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Fähigkeit Probleme des Lebens zu lösen. IQ-Tests messen die benötigte Zeit von vielen kleinen Knobelaufgaben, doch das Leben besteht aus wesentlich größeren und komplexeren Aufgabenstellungen. Dabei benötigt man neben der Intelligenz des Verstandes auch die Intuition und auch die Bereitschaft sich in ungewisse Gewässer zu begeben und etwas einfach auszuprobieren um daraus zu lernen. Daher können im wirklichen Leben manche Menschen wesentlich erfolgreicher sein, als sogenannte Intelligenzbestien, die sich auf den optimalen Einsatz ihres logischen Verstandes konzentrieren und verlassen.

Die Entwicklung meiner Intuition, übersinnlicher Wahrnehmungen und meiner Bereitschaft, mich unbekannten und auch unangenehmen Erfahrungen auszusetzen hat mir im Leben völlig neue Horizonte und Möglichkeiten eröffnet.

Aus Grün wird Rot !

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich politisch engagiert: Ich bin eines der Gründungsmitglieder der Grünen, war Pressesprecher, Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender. Doch dann entschied ich mich, ersteinmal mich selbst in Ordnung zu bringen, statt andere für die Falschheiten in der Welt verantwortlich zu machen und sie zu bekämpfen. Man sollte sich erstmal an die eigene Nase fassen, statt den Splitter im Auge des Anderen zu suchen.

Heute möchte ich mich politisch überhaupt nicht mehr positionieren, weder bezugnehmend auf eine Partei, noch daß ich eine Richtung für völlig absurd halte. Nicht daß politisches Engagement nicht wichtig wäre. Ich erkannte jedoch, daß in allen Parteien wohlmeinende Weltverbesserer tätig sind, ohne die die Menschheit schon vor Tausenden von Jahren untergegangen wäre. Alle Parteien haben gute und wichtige Punkte in ihrem Programm, die zur Entwicklung unserer Gesellschaft einen großen Beitrag versprechen. Doch alle Parteien haben zwei wesentliche Mankos:

Erstens, daß sie reglementierend sind, d.h. konzeptionell eine starke Regierungsmacht benötigen, um die Menschen mit ihren Lösungen von oben herab zu beglücken. Ich setze lieber in Bezug auf mein persönliches Engagement auf eine breit angelegte Aufklärung und Ausbildung und auf eine Anhebung des allgemeinen Bewußtseins. Darin sehe größere Chancen auch langfristig Einfluß auf unsere Welt zu nehmen. Doch auch die politische Umsetzung dieser gewonnenen Einsichten und des gewachsenen Bewußseins tut not, so daß Politiker und Parteien auf lange Sicht in unserem freiheitlich demokratischen Rechtsstaat (die beste Regierungsform, die wir kennen) noch eine Existenzberechtigung haben.

Zweitens gibt es in allen Parteien, wie überall, sogenannte schwarze Schafe. Leute, die nur vordergründig die wünschenswerten Parteiziele vertreten und tatsächlich aber heimlich nur Spezialinteressen verfolgen: Seien es unmittelbar eigennützige Materielle oder ein Lobbyismus für eine gut zahlende Wirtschaftsmacht. Oder auch diejenigen "schwarzen Schafe", die sich in der Politik nur aus dem Verlangen nach Machtrausch engagieren. Was sich aber alles auf Eigennutz im Gegensatz zum Gemeinnutz zusammenfassen läßt. Wenn auch die überwiegende Mehrheit der Aktiven in allen Parteien gemeinnützig denkt und handelt, so sind doch "die Schwarzen" (nicht im Sinne der Parteifarbe!) durch ihre Fähigkeit zum versteckten und gut koordiniertem Handeln meines Erachtens in allen Parteien des Bundestages derart vorherrschend, daß die meisten Bürger durch die Korruption der Parteien angewidert für die "Partei der Nichtwähler" stimmen. Diese Desillusionierung wird oft als wachsendes Desinteresse der Bürger an Politik und demokratischer Willensbildung mißinterpretiert.

Soweit zur Politik. Ich vermute, daß viele religiöse Mensche so denken und sich deshalb von politischer Arbeit ab- und religiösem Engagement zuwenden. Sie wollen keine Aussteiger sein, durchaus Verantwortung übernehmen: Jedoch sehen Sie keine Möglichkeit die korrupten von den wohlmeinenden zu unterscheiden, bzw. sogar zu trennen. Da L. Ron Hubbard einen nennenswerten Teil seiner Forschungen auf die Lösung der Probleme von Unterdrückung, Korruption, versteckten Absichten und anderen Organisationsfragen konzentriert hat und ganz beachtliche Ergebnisse hervorgebracht hat, gibt es allein daher schon einen Sinn, daß er von "den Schwarzen" derart diskreditiert wird, daß keiner mehr wagen soll, die Bücher von ihm im Original zu lesen.

Aber zurück zum Buß- und Bettag 1984: So belebt und begeistert ich geistig von den Ausführungen Bhagwans war, so sehr kam ich auch in eine emotionale Krise: Ich wurde richtig körperlich Krank und mußte den Bettag im Bett verbringen. Ich dachte darüber nach, mehr von dem Guru zu erfahren und dazu ein Schüler dieses Meisters, ein Sanyassin zu werden. Panik stieg in mir hoch: Mir wurde klar, daß das eine völlige Isolierung von meiner jetztigen Umwelt bedeuten würde, ein Verlieren diverser zwischenmenschlicher Beziehungen und Kontakte. Wobei ich weder vor hatte, meine Beziehungen zu meinen Freunden und Verwandten abzubrechen, noch verlangte Bhagwan das von mir oder sonst wer. Nein - ich realisierte, daß meine Mitmenschen nicht mit dem Phänomen "Schüler eines Gurus" umgehen konnten. Daß sie mich lieber ausgrenzen werden, Gespräche abschneiden werden, statt sich in die Auseinandersetzung mit mir und meinen neuen Erkenntnissen zu wagen. - Wie konnte ich mir noch am gleichen Tag darüber zu sicher sein? Weil ich selbst mir vorher so gegenüber Sektenmitglieder verhalten habe, genau wie meine Freunde. "Weil das Spinner sind, Verrückte. Leute, die Dogmen runterbeten. Geistig Minderbemittelte, von denen man sich lieber fern hält, um seiner eigenen geistigen Gesundheit willen. Bloß Abstand halten. Oder zumindest das eine Thema ausklammern. Soll doch jeder glauben was er will, solange er mich selbst nicht agitiert." - Aber wie soll man solche Erkenntnisse, Erlebnisse, Gewinne haben ohne mit seinen engsten Freunden darüber reden zu dürfen, ohne sich mitzuteilen? All das in seine Herzensgrube vergraben? Genau daraus resultiert die Entfremdung. Zu Freundschaft und Liebe gehört Gedankenaustausch, Erfahrungsaustausch, zeigen von Emotionen (in guten wie in schlechten Zeiten), Verstanden werden. - Ich wußte, wenn ich mich entschließe Sannyasin zu werden, dann werde ich ausgegrenzt, lächerlich gemacht und ich darf nicht über alles reden und man bespricht nicht mehr alles mit mir. Ich werde zu einem Aussätzigen. Ansteckungsgefahr.

All das rast mir in Sekundenbruchteilen durch den Kopf und mir geht es Übel bei den Gedanken. Ich versuche meine Erkenntnisse, mein Wissen zu verdrängen, will mich entschließen, doch nicht den Bhagwan-Weg zu gehen. Doch das geht auch nicht: Ich würde Verrat an mir selbst begehen. Meine Wahrheit verleugnen. Ich bin im Leben immer gut damit gefahren, das zu sagen und zu vertreten, von dem ich überzeugt war. Ohne Kompromisse. Das war meine Integrität, darauf konnte ich stolz sein. Immer Ehrlich und Offen. Es gab nichts verstecktes. Ich wußte, wenn ich jetzt klein beigebe, werde ich mir mein Leben lang nicht mehr im Spiegel in die Augen schauen können.

Wissen Sie übrigends woher diese Redewendung kommt? Ich hatte einmal als Jugendlicher eine höchst spirituelle Erfahrung (und das ist im Grunde immer etwas nicht beschreibbares, man muß es selbst erfahren), als ich - fast aus Versehen - einmal mir vor einem Spiegel in die Augen schaute! Das war ein Unterschied zu allem früheren in den Spiegel schauen. Bislang hatte ich immer nur die Gesichtsoberfläche betrachtet, um mich zu kämmen oder zu reinigen, das Aussehen zu überprüfen. Vielleicht auch die Augäpfel zu untersuchen. Aber sich in die Augen zu schauen! So wie man manchmal einen geliebten Menschen in die Augen schaut. Dann schaut man weit hinter die Oberfläche der physischen Augen. Als wäre hinter den Augen etwas zu finden. Und so ist es auch. Das gilt für andere, wie auch für einen selbst, im Spiegel. Probieren Sie es doch einfach einmal aus! Nehmen Sie sich einige Minuten dafür Zeit und schauen Sie einfach. Gleich jetzt? Warum nicht?

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Also ich entschied mich, wie Sie wohl schon vermutet hatten, für den geraden Weg, für die Wahrung meiner Integrität. Ich erholte mich auch sofort nach der festen Entscheidung von meinen Mißemotionen und den Kopf- und Bauchschmerzen.

Ich rief einen mir bekannten Sannyasin an und sagte ihm meine Entscheidung und bat ihm um Rat. Er teilte daraufhin überraschend mit, daß er schon seit einiger Zeit sich von Bhagwan und der Gruppe gelöst habe und ganz glücklich darüber sei. Aber er beglückwünsche mich zu meinem Entschluß: Ich würde nur davon profitieren. - Das verwirrte mich nun doch: Wie kann jemand, der sich abseilt so positiv darüber reden? Ich hätte erwartet, daß er einen ganzen Batzen von Kritik vorzubringen hat. Als ehemaliges Gruppenmitglied hat man doch genug Kritiken und Fakten gesammelt. Aus der Politik kannte ich das nicht anders. Doch er und später viele andere (nicht nur Sannyasin, auch Scientologen und Mitglieder vieler anderer Gruppen) zeigten mir, daß man Abschied ohne Groll nehmen kann. Daß man mit Dankbarkeit auf einen Wegesabschnitt in seinem Leben zurückblicken kann, wo man viel gelernt hat und trotzdem jetzt einen anderen Weg einschlägt. Daher kann man anderen, die diesen Weg noch nicht gegangen sind, diese Strecke nur empfehlen. Das ist wie mit Urlaubsorten: auch wenn man zu einigen Urlaubszielen nicht unbedingt wieder hinfährt, empfiehlt man sie trotzdem begeistert weiter.

Doch mein Ansinnen im Hamburger Bhagwan-Center, Mitglied zu werden wurde schroff zurückgewiesen: Erstens gebe es keine Mitgliedschaft, wurde mir offenbart. Hier gehe es um eine reine Meister-Schüler-Beziehung. Dadurch entstehe nicht unmittelbar eine Beziehung zwischen den Schülern. Es gebe zwar Kommunen, Lebens- und Arbeitsgemeinschaften von Sannyasins. Jedoch würden nur die wenigsten Swamis und Mas in der Kommune leben. Die meisten gehen einem ganz normalen Arbeitsalltag nach, wenn auch in rot gekleidet und mit Mala (das ist die hölzerne Halskette mit dem Bildnis des Meisters) und wohnen allein, zu zweit, in der Familie oder in selbst geschaffenen Wohngemeinschaften.

Zweitens kann man in die Beziehung mit Bhagwan nicht durch einseitige Willenserklärung eintreten, sondern müsse sich die erst einmal verdienen. Aha, dachte ich. Jetzt muß ich zahlen! Irgendwo muß ja das viele Geld für die teuren Rolls Royce herkommen, die Kommunen und Diskos und Meditationscenter konnten nicht so viel abwerfen, soviel war mir klar.

Die Presse wirbt für Bhagwan

Doch ich wurde ent-täuscht: Eine Täuschung wurde entdeckt: Die Medien wollten uns weismachen, daß Erleuchtete wie Bhagwan u.a. nur zu verstehen seien, als eine ganz perfide Methode des Geldschneidens und der Ausbeutung. Tatsächlich wurde von mir niemals mehr verlangt, als daß ich regelmäßig zu meditieren hatte, und dafür mußte ich auch nur dann 5 DM bezahlen, wenn ich diese im Center unter Anleitung und mit vielen anderen zusammen machen wollte. Jedoch haben sich viele auch Meditationskassetten für 20 DM gekauft und dann bei sich zu Hause oder in der Wohngemeinschaft meditiert. Im Gegensatz zu den etablierten Kirchen bezahlt man bei den Sannyasin, den Scientologen und anderen Gruppierungen keine festen Mitgliedsbeiträge, sondern nur für den jeweiligen Service, den man wahrnehmen will. Die Dienste sind jeweils kostendeckend kalkuliert, wobei selbstverständlich auch Gemeinkosten der gesamten Organisation berücksichtigt sind.

Doch wer zahlte die Rolls Royce? Oder waren die zuletzt 83 Stück Halbemillionen-Mark-Wagen in den Gemeinkosten untergebracht? Das war ein Geheimnis, das ich erst sehr viel später erfahren hatte und das bis heute kaum einer weiß? Warum? Weil es weder in den Interesse der Sektenbeauftragten liegt, es zu veröffentlichen, noch im Interesse von Bhagwan (seit 1988 wird er Osho genannt) oder der "berufsmäßigen" Sannaysins: Der Betreiber der Meditationscenter, der Osho-Buchverleger, der Restaurants etc.

Für Bhagwan bedeutete das Geheimnis um die Finanzierung seiner Rolls Royce immer einen kostenlosen, ja kostenlosen (!) PR-Effekt. Die Medien zerrissen sich das Maul darüber, daß ein Erleuchteter nicht auf einem Esel dahergeritten kam, sondern im Rolls dahinglitt. Wenn das Geheimnis gelüftet worden wäre, wäre alles so profan geworden, daß niemand mehr darüber berichtet hätte. Und Bhagwan wußte eines ganz genau: Die Leute sollen lieber in Angst oder in Haß über mich reden, als gar nichts von mir zu wissen. Denn wer in Angst ist, befaßt sich mit der Quelle der Angst und gewinnt zunehmend Haß. Und wer haßt befaßt sich zunehmend mit dem Haßobjekt, um seine Gefühle weiter zu entfachen ist damti schon auf dem besten Wege zur Liebe. Wir wissen wie dicht Haß und Liebe zusammen stehen.

Das ist auch einer der großen Fehler der Sekten-Gegner: Dadurch das sie durch Lügen-Propaganda und Stimmungsmache Angst und Haß sähen, schaffen sie den Nährboden und tragen sie zum Zuwachs und steigendem Interesse bei. Ich habe das anhand von Statistiken der Scientology-Kirche überprüfen können und bestätigt gefunden. Nach jeder negativen, haßerfüllten oder feindseeligen Medienkampagne wuchs die Anzahl der Interessenten an den Diensten immens an. Am Extremsten war das während der wochenlangen Kampagne von Parteien, Elternvereinigungen, Pfarrern und Sektenbeauftragten in Eppendorf, um das dortige Dianetikzentrum zu schließen. Vorher gab es wirklich Null Resonanz oder Zulauf und jetzt brummt der Laden.

Zur Verdeutlichung zitiere ich aus der Skala der Emotionen, wie Hubbard sie in die Reihe gebracht hat:

Skala der Emotionen

Er hat herausgefunden, daß die einzelnen Emotionen ineinander übergehen, jeweils Schwingungen auf bestimmten Frequenzen darstellen. Ähnlich einem Radioempfänger, den man auf die gleiche Frequenz des Senders einstellen muß bevor eine Übertragung der Sendung möglich ist, behauptet Hubbard, daß eine Kommunikation dann am Besten seinen Empfänger erreicht, wenn sie auf seiner Wellenlänge gesendet wird. Wobei das Verstehen zunimmt, je mehr die Frequenz zunimmt, also je höher die Position der gemeinsamen Kommunikation auf der Emotionsskala ist. Beide Ziele (gleiche Frequenz bei möglichst hoher Schwingung) werden erreicht, indem man die Kommunikation bei der meist niedrigen Emotionsstufe des Empfängers beginnt und dann den Sender immer ein bißchen nach oben verstellt. Der Empfänger, der ja nun mal angefangen hatte zu zu hören, wird bei schwindender Empfangsqualität nachjustieren und wird so nach und nach "hochgezogen". Diese von Scientologen verwendete "Technologie" wird von Gegnern als eine gefährliche Manipulationsmethode angegriffen, obwohl der Mechanismus - wie hier allgemeinverständlich beschrieben - wohl nicht allgemein verstanden wurde.

Der Krieg der Knöpfe

Ich stelle das so ausführlich dar, damit Sie als Leser etwaige Manipulationen oder gar Mißbrauch besser durchschauen können. Natürlich könnte man dieses Wissen auch unterdrückerisch verwenden: Indem man beginnend mit der Emotion des Gegenübers sein Gespräch auf zunehmend niedrigeren Frequenzen führt und die Person so herunterbringt. Ich raten Ihnen davon ab, das geht nach hinten los! Ich selbst habe jedoch noch nie jemanden erlebt, der das in dieser Form anwendet. Tatsächlich ist dies eine Methode, wie man Menschen, die in niedrigen Emotionen feststecken (z.B. in Apathie oder Gram nach einem schweren Verlust oder in Angst oder Haß bei einem Bedrohtfühlen), helfen kann, da herauszukommen.

Nun ist klar, warum Bhagwan - und die die um ihm herum Geschäfte betreiben, die gibt es ja auch - das Geheimnis um die Rolls Royce Millionen nicht lüften wollte. Aber jemand mußte ja nun mit dem Geld für die teuren Wagen rüberrücken und durfte nicht damit fahren, warum haben diese Geldkühe nie was gesagt?

Nun das wird gleich klar, wenn ich die Karten auf den Tisch lege: Die Firma Rolls Royce verkauft aus gutem Grund nicht an Jedermann, schon gar nicht an Neureiche! Nur an den alten Adel und weil der einen arg zu kleinen Kundenkreis ausmachen würde auch an Regierende und religiöse Führer. Das Ergebnis von diesem "Herausreichen und Zurückziehen" (nämlich einerseits das Produkt zu vermarkten und anzubieten und es dann den meisten Menschen zu verweigern) ist ein geschaffenes enormes Verlangen das Objekt der Begierde in die Hände zu bekommen. Daher bleibt den Neureichen nur ein Weg an den Rolls zu kommen: Der Gebrauchtwagen-Markt. Die meisten Rolls auf unseren Straßen sind Second-hand-Käufe. Eigentlich nicht die Art der vornehmen Besitzer, aber was tut man nicht alles. Durch die hohe Nachfrage nach Gebraucht-Rolls steigen deren Preise über den Neupreis. Und das ist auch schon das einzige, was der Rolls Royce mit dem Trabant der DDR-Zeit gemeinsam hat. Gleichzeitig ist diese Situation für den verarmten Adel eine lukrative Einkommensquelle, die den Aristokraten auch angemessen ist: Geldsegen fürs Nichtstun. - Und da kommt Bhagwan ins Spiel: Nichts Tun ist ja nun mal sein Metier: Er begnügte sich damit einfach "Da Zu Sein" ohne was zu Tun oder was zu Haben.

Aber er besaß doch nun 83 Rolls Royce !? Oder etwa nicht? Nein, tat er nicht. Die edlen Kutschen wurden von geschäftstüchtigen Anhängern des Meisters für ihn aber im eigenen Namen gekauft, dem Meister exklusiv zur Verfügung gestellt (und damit den Vertriebsrichtlinien des Herstellers Rechnung getragen) und dann die gebrauchten Wagen nicht nur mit dem üblichen Profit verkauft, sondern noch mit einem Aufschlag dafür, daß ein Neureicher mit einem "Rolls Royce von Bhagwan" fahren durfte. Erstmalig waren jetzt sogar Adlige an Second-Hand-Rolls interessiert! Das war ein gutes Geschäft, an dem alle Beteiligten profitierten: Der Hersteller, die geschäftstüchtigen "Sponsoren" des Meisters, der "PR-gaile Guru", die darob tobende Presse, die nachbetenden Sektenbeauftragten und - last not least - die Käufer der nicht nur gut beleuchteten, sondern auch "erleuchteten zweite-Hand-Karossen".

Eigentlich bin ich mit dieser Entlarvung, die außer meinen Lesern keiner hören will, ein Spielverderber. Achten Sie mal darauf, ob darüber jemals was in den Medien zu finden sein wird. Ich wette nicht: Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, nur Haß-Informationen bieten Stoff für eine Pressenachricht aber niemals Informationen, die wirklich das Verstehen vergrößern. Die Medien benutzen sogenannte "Knöpfe": Als hätten wir Leser Schaltknöpfe drücken sie mit ihrer Propaganda drauf herum, bis wir wie gewünscht und vorausberechnet reagieren. (Mehr über den "Krieg der Knöpfe" in einem Artikel von mir, der 1987 veröffentlicht wurde.)

Endlich in der Sekte!

Nun gut, ich meditierte und durfte erst nach Monaten im Mai 1985 "Sannyas-nehmen", wie die Übergabe der Mala und des neuen Namens genannt wird. Ich hieß von nun an Swami Vimal Dheeraj (gesprochen: "Dierash"), was soviel wie "reiner Duft des Vertrauens" bedeutet. Ist dieses "nein, du mußt erst qualifizieren" nach all dem Presserummel um den Meister nicht auch ein "Herausreichen und Zurückziehen"? Ich habe später bei Hubbard gelernt, daß dieses "Reach and Withdraw", wie es dort neudeutsch genannt wird, regelrecht wie ein Magnet im Umgang mit Menschen ist. Das ist der Grund, warum Kinder genau das (heimlich) tun werden, was man ihnen verbietet. Das mußte schon der liebe Gott erfahren, als er im Paradies einen einzigen Baum verboten hatte. Adam und Eva hätten ihn auf eigene Faust und per Zufall niemals finden können. Gott mußte ihn verbieten, damit die Geschichte seinen bekannten Lauf nehmen konnte.

Eltern sind heute schlauer. Mein Vater hatte mir als Kind immer angeboten, doch ruhig mal einen Zug von seinen Zigaretten zu nehmen. Mir wurde bei den wenigen Versuchen, die ich wagte, derart schlecht, daß ich versuchte, meinem Vater das Rauchen abzugewöhnen. Es gelang erst, als ich als Jugendlicher schlau genug war, ihm viel Tabak zum Geburtstag zu schenken.

Wollte man den Einfluß von Sekten oder anderen ungewünschten Gruppierungen optimal reduzieren, müßten man zuerst mit den Versuchen aufhören, die Öffentlichkeit mit Verbots- und anderen Drohungen davon abzuhalten. Und auch insbesondere die Scientologen, die es eigentlich von Hubbard besser wissen sollten, beherrschen in ihrer Mitgliederwerbung keinerlei Reach&Withdraw: Sie betreiben nahezu ausschließlich und oft unangenehmen Reach, also die Aufforderung mitzumachen. Ein Withdraw würde oft Wunder wirken. Aber die Massenmedien helfen den Scientologen dabei aus, so daß das ganze letztendlich aufgeht. Somit spielen die Kritiker und die Scientologykirche Hand in Hand!

Bei den Bhagwanies gibt es dagegen gar keinen Reach, Null, Nix! Sie begnügen sich völlig mit Withdraw, Zurückziehen. Dahinter steckt auch keine besonders ausgeklügelte Strategie, sondern nach meiner Erfahrung eher ein Desinteresse daran, seinen eigenen Weg mit anderen zu teilen: mir doch Sch..ß-Egal, während bei den Scientologen immer wieder Leute mit (zu) ausgepägten Missionarseifer zu finden sind. Am Missionieren finde ich nichts falsch, ich habe selbst schon manche Leute für Hubbard und Scientology begeistern und gewinnen können. Problematisch wird das nur, wenn die Selbstbestimmung des Einzelnen untergraben wird oder die Werbung durch mangelndes Fingerspitzengefühl einem auf die Nerven gehen.


Änderungsstand: 26. Juli 2001 - Copyright © 2001 by Andreas Groß, Schweiz
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